Österreichische Literatur – von der Moderne bis heute
»Wenn man tot ist, sieht man nicht und hört man nicht. Ich lebe also.« So lautet der grandiose erste Satz, den Maria Lazar für »Zwei Soldaten« wählte – ein gedoppelter Monolog zweier verletzter Soldaten im Schützengraben von trauriger Aktualität.
Im Nachlass Maria Lazars, der uns erfreulicherweise nach und nach zugänglich gemacht wird, fand sich dieses dünne Manuskript, für dessen Drucklegung wir dem Verlag »Das vergessene Buch« danken!
»Um in der Literaturszene Erfolg zu haben, brauchst du jemanden, der Einfluss hat und an dich glaubt, und du hast niemanden.« (S. 159) Sätze wie diese treffen einen (als Autorin?), da sie das Ringen um persönliche Sichtbarkeit explizit ansprechen, welches uns Menschen eigen ist. Warum können wir nicht in aller Gelassenheit davon ausgehen, dass jemand an uns glaubt? »Unzustellbar Briefe« erzählt von Bezügen zu Menschen, die unser Leben prägten.
Man kennt diesen Autor dem Namen nach: als Nachlassverwalter Marlen Haushofers, als engagierter Kollege für das Werk Helene Lahrs, als Freund Alma Johanna Königs, kaum jedoch als eigenständigen Literaten, der lesenswerte Erzähluniversen schuf. Ein Faktum, das sich dringend ändern sollte.
Einblicke in das Schaffen des österreichischen Autors Julian Schutting, dessen Arbeiten vielleicht manche*r erst entdecken dürfen … während andere die wiederholte Lektüre genießen. Ein kurzer Essay zum Geburtstag, der hoffentlich Lust auf mehr macht.
Maria Lazars zweiter Roman mit dem Titel »Viermal ICH« thematisiert Abhängigkeiten des (weiblichen) Lebens. Freiheit, so der Grundtenor, ist vor allem eine Theorie, ein schöner Schein. Ein Roman, der verstört; auch einhundert Jahre nachdem Lazar ihn schrieb.
Ein eindringlicher Roman über die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich.
Obgleich es für Erwachsene zahlreiche Sachbücher zum Thema gibt, auch manchen Kitschroman über kleine Buchläden im Irgendwo, sind (historische) Romane über die Entwicklung des literarischen Feldes selten. Umso erfreulicher Christoph W. Bauers Roman »Der Buchdrucker der Medici«, der erzählend fundierte Einblicke in einen Wirtschaftszweig gewährt.
Eine Leseeinladung für einen höchst interessanten Roman über den amerikanischen Traum, in dem man versinken will, sobald man die ersten Seiten gelesen hat: spannend, anregend und kritisch, zudem unterhaltsam. Eine ausgezeichnete Sommerlektüre also.
Wer verstehen möchte, wie man über die Entstehungsgeschichte eines Werks und über den Entwicklungsprozess eines Autors mit Gewinn nachdenken kann, der greife unbedingt zu diesem famos interessantem Buch im »Korrektur Verlag«.
Paulus Hochgatterer erzählt uns in »Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war« eine gar unglaubwürdige Geschichte, die um zahlreiche unerhörte Ereignisse kreist; fünf sind es mindestens. Was bitte sehr noch kein Negativum bedeutet – an und für sich. Eine Novelle? Mit einem Falken obendrein? Würde dieses Etikett aus Hochgatterers schmaler Erzählung anderes machen? Mitnichten.